12. Februar 2026 | Film und Verbrechen
Die Berlinale hat begonnen – und macht sich auf die Suche nach guten Männern. Sie berichtet von komplizierten Familien und will divers, jung und politisch sein. „Wer hier nichts zum Lieben findet, liebt das Kino nicht!“, hat Intendantin Tricia Tuttle bereits im Januar auf der Pressekonferenz verkündet. Die Erwartungen hängen entsprechend hoch. Kleiner Spoiler: In der Kurzfilm-Sektion werden sie nicht erfüllt. Aber das gehört zur Tradition. Wie die winterliche Tristesse der Stadt und ihrer Spielorte. Mehr lesen
4. Februar 2026 | Eigensinn, Film und Verbrechen
Man-su, der Protagonist in Park Chan-wooks schwarzhumoriger Komödie NO OTHER CHOICE ist ein Meister der Papierherstellung. Als er arbeitslos wird, beginnt ein mörderischer Kampf um eine neue Anstellung. Besonders stark ist das neue Werk Parks, der seit OLD BOY als Aushängeschild einer bildgewaltig grotesken Spielart südkoreanischen Kinos gilt, wenn er in der Darstellung der dem Untergang geweihten Welt der industriellen Papiererzeugung schwelgt. Trotz einiger Manierismen ein weiterer Meilenstein in der Karriere dieses Regisseurs. Mehr lesen
25. Januar 2026 | Film und Verbrechen
Bisher ist der Jahresstart vor allem geprägt von Nachrichten, die wohl nur „Apokalytiker und Fans von grotesken Splatter-Filmen froh stimmen“ können, wie es Manja Präkels und Markus Liske in ihrem Newsletter formulieren. Da kann man es schon als Lichtblick werten, dass BLOOD AND SINNERS von Ryan Coogler zumindest von hier aus völlig überraschend mit dem Rekord von 16 Nominierungen zum ganz großen Favoriten der diesjährigen Oscar-Saison avanciert ist. Der Film mit mehrheitlich schwarzem Cast ist komplex, voller Anspielungen und spart nicht mit Kritik an den rassistischen Zuständen im Land der White Supremacy. Mehr lesen
25. Januar 2026 | Blick auf die Welt, Darkness, Film und Verbrechen, Gewalt der Verhältnisse
Was derzeit im Iran vor sich geht, ist unfassbar. Das Regime setzt massiv Brutalität gegen die Bevölkerung ein, die sich gegen die seit fast einem halben Jahrhundert währende klerikal-faschistische Gewaltherrschaft erhebt. Durch Internetabschaltung versucht es, seine Morde und Gräueltaten vor der Außenwelt zu verbergen. Dennoch solidarisieren sich Exiliraner:innen und Unterstützer:innen weltweit in symbolischen Aktionen und Kundgebungen mit den Aufständischen. An diesem Wochenende zeigt die Initiative „#All Eyes On Iran“ den Film BEHIND THE LIES der iranischen Filmemacherin Mahnaz Mohammadi. Er untersucht, wie schon die Internetsperren im November 2019 systematische Menschenrechtsverletzungen ermöglicht haben. Das Gebot der Stunde lautet: hinsehen und weiterverbreiten. Mehr lesen
16. Januar 2026 | Film und Verbrechen
Mit WHITE SNAIL legt das österreichisch-deutsche Regieduo Elsa Kremser und Levin Peter seinen ersten Spielfilm vor. Wie im Dokumentarbereich haben sie sich in Minsk über zehn Jahre ihren Figuren und deren Themen angenähert. Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit den Protagonist:innen, die einander erst beim Dreh kennenlernten. Das Ergebnis hat Kremser und Peter auf Filmfestivals bereits viel Lob und einige Auszeichnungen eingebracht. Mehr lesen
31. Dezember 2025 | Eigensinn, Film und Verbrechen
2026 startet mit einem Klassiker. François Ozon, dessen Werk neben Bemerkenswertem allerlei Mittelmaß enthält, hat mit seiner Adaption von Albert Camus‘ berühmtestem Roman „Der Fremde“ ein eigenes Meisterwerk geschaffen. Neben den akkuraten Schwarzweißbildern von Kameramann Manuel Dacosse betören vor allem die beiden Hauptdarsteller:innen Benjamin Voisin und Rebecca Marder. Und ganz zum Schluss fällt einem wieder ein, wie groß das Genie eines Robert Smith einmal gewesen ist. Mehr lesen