Blicke durch die Zeit

IN DIE SONNE SCHAUEN von Mascha Schilinski wurde in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und geht als deutscher Kandidat ins Rennen um den Oscar als bester internationaler Film. Assoziativ verknüpft Schilinski darin meist schmerzbehafteter Motive aus der Erfahrungswelt weiblicher Heranwachsender aus einem Zeitraum von mehr als hundert Jahren. Das ist in seinen unheimlichen Wiederholungen und Überlagerungen erzählerisch nicht immer bis ins Letzte stringent, betört aber stilistisch durch viele bildnerische und soundtechnische Einfälle, interessante Charaktere und eine Kamera, die schwebt und sich verhält, als sei sie ein eigener, wissender Akteur. Mehr lesen

Junge Helden I + II

Zwei Filme mit Jungen-Doppels, allerdings zu ganz unterschiedlichen Themen. In Matteo Garrones Fluchtdrama „Ich Capitano“ durchqueren die heranwachsenden Cousins Seydou und Moussa Wüste und Meer. Dabei zeigt sich, wer an den Migrationsstrecken mit wessen Elend sein Geld verdient und auf welche Netzwerke dennoch gesetzt werden kann. Filmisch ganz anderes Gewicht hat die erzählerisch verrätselt-fragmentiert dargebotene Geschichte der Schüler Minato und Yori in Hirokazu Kore-edas „Die Unschuld“. Dazu trägt auch die Musik des kürzlich verstorbenen Ryūichi Sakamoto ihren Teil bei. Mehr lesen