Eine Serie wie DAS MANKO hat man im deutschen Fernsehen noch nicht gesehen. Man hätte sie den Öffentlich-Rechtlichen auch kaum zugetraut. (Dabei ko-produziert „Das kleine Fernsehspiel“ regelmäßig Sehenswertes und manchmal auch Außergewöhnliches, soviel ist bekannt.)

Die Aussortierten, Verwechselten und Losgelassenen der Arbeitswelt in DAS MANKO. Bild: © ZDF/Mathias Schöningh/Razor Film

Wenn etwas verrückt ist auf der Welt, dann die Organistion der Arbeit. Diesem Sachverhalt nähert sich DAS MANKO in absurden Situationen. Immer stehen dabei die Körper der Beschäftigten im Mittelpunkt, häufig sind sie dabei, nur so zu tun, als seien sie beschäftigt. Die Arbeit fließt ins Simulieren von Tätigkeit, ins angspannte Abwarten, ins Erschrecken, wenn Unvorhergesehenes (aber insgeheim Befürchtetes) eintritt, und ins Herauswinden aus unangenehmen Situationen.

Eine solche tritt ein, als die Abordnung einer Beratungsfirma die Belegschaft eines Betriebs evaluiert, in dem der Höhepunkt der Arbeitswoche in der Regel darin besteht, dass der Chef den Mitarbeitenden ankündigt, dass Schnitzeltag ist.

Nun aber geht es darum, diejenigen zu entlassen, die keine Leistung bringen – also die überwiegende Mehrheit – und die Highperformer mit einer aufwändigen Weiterbildung zu belohnen. Wie es kommen muss, werden vom schusseligen Chef die Listen der Kandidaten vertauscht, und so finden sich die Streber vor die Tür gesetzt, während die Taugenichtse, Drückeberger und Durschwurschtler – kurz: die Mankos – im selbstfahrenden Bus eine Odyssee durch unterschiedlichste Arbeitswelten antreten.

Die Regie der Miniserie hat Arne Feldhusen übernommen, der sich bereits in STROMBERG oder DER TATORTREINIGER mit Arbeitswelten auseinandergesetzt hat; entscheidender fürs Ergebnis dürfte aber sein, dass die Schauspielenden sich zum großen Teil als Ensemble unter dem Namen Das Manko GbR auch als Autoren ins Projekt eingebracht haben.

Ihrem präzisen Timing merkt man die Herkunft vom Theater unter anderem eines Herbert Fritsch an; in ihrem körperlichen Spiel finden sich aber auch Anklänge an Charlie Chaplin, Harold Lloyd, Buster Keaton oder die Marx Brothers bis hin zu Jerry Lewis, an Pantomime und Modern Dance.

Die trockene Erzählstimme von Sophie Rois, Gastauftritte von unter anderem Andreas Döhler und vor allem die Musik von Carsten Meyer, der hier die ganze Bandbreite seines Könnens von Disko über schumanneske Klavierparts bis zu Brecht/Weill artigen Gesangsduellen ausspielt, runden das Ganze zum Erlebnis.

DAS MANKO (Deutschland 2026, 4x ca. 24 min.) Regie: Arne Feldhusen. Buch: Das Manko GbR (Bastian Reiber, Julia Schubert, David Simon, Jonas Hien, Sebastian Grünewald). Mit: Annika Meier, Sarah Baurett, Julia Schubert, Florian Anderer u. a.