20. Februar 2026 | Blick auf die Welt, Film und Verbrechen
Kurz vor Schluss, den Bären und dem Publikumspreis hier im Überblick einige der Filme, die die Berlinale 2026 ausgemacht haben. Bestimmt gab es auch in der Sektion „Generation“ wieder einiges zu entdecken – etwa SUNNY DANCER, wie es von kundigen Kolleginnen immer wieder hieß. Da habe ich mit meiner Auswahl in diesem Jahr aber ein weniger gutes Händchen bewiesen. Was ich von den Kurzfilmprogrammen gesehen habe, war hingegen wie üblich zu Dreivierteln ungenießbar. Und Filme, die in vorherigen Artikeln bereits vorgestellt worden sind, werden hier nicht noch einmal erwähnt. Mehr lesen
16. Februar 2026 | Blick auf die Welt, Film und Verbrechen
Selbstverständlich braucht jede Berlinale einen Skandal. Um den zu kreieren, lassen sich Pressekonferenzen nutzen, auf denen Aktivisten durch Suggestivfragen für ihre Glaubenssache Aufmerksamkeit schaffen, statt sich mit dem zu beschäftigen, was an Kunst und politisch-ästhetischer Einlassung konkret vorliegt. Denn faktisch ist die Berlinale in ihrer Programmierung sowieso bemüht, möglichst alle Konflikte der Welt abzubilden, zur Diskussion zu stellen und sich zu ihnen zu positionieren. Besser ist es allerdings, wenn das eher im Bad-Bunny-Superbowl-Style als in einer an Truth-Social erinnernden GROSSBUCHSTABEN-HYSTERIE geschieht. Außerdem: Auf dem Filmfest gibt es doch Monsterfilme.
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25. Januar 2026 | Blick auf die Welt, Darkness, Film und Verbrechen, Gewalt der Verhältnisse
Was derzeit im Iran vor sich geht, ist unfassbar. Das Regime setzt massiv Brutalität gegen die Bevölkerung ein, die sich gegen die seit fast einem halben Jahrhundert währende klerikal-faschistische Gewaltherrschaft erhebt. Durch Internetabschaltung versucht es, seine Morde und Gräueltaten vor der Außenwelt zu verbergen. Dennoch solidarisieren sich Exiliraner:innen und Unterstützer:innen weltweit in symbolischen Aktionen und Kundgebungen mit den Aufständischen. An diesem Wochenende zeigt die Initiative „#All Eyes On Iran“ den Film BEHIND THE LIES der iranischen Filmemacherin Mahnaz Mohammadi. Er untersucht, wie schon die Internetsperren im November 2019 systematische Menschenrechtsverletzungen ermöglicht haben. Das Gebot der Stunde lautet: hinsehen und weiterverbreiten. Mehr lesen
24. Dezember 2025 | Blick auf die Welt, Film und Verbrechen
In Hafsia Herzis DIE JÜNGSTE TOCHTER löst sich eine junge muslimische Frau von ihrer Familie und den Traditionen ihres Herkunftsmilieus. Der queere Coming-of-Age-Film, der weitgehend ohne Dramatisierungen und Klischees auskommt, ist Teil einer kleinen Welle im französischsprachigen Kino. Ihre Filme setzen sich mit Fingerspitzengefühl, gradliniger Inszenierung und tollen Darstellerinnen mit den Fallstricken queerer Lebensentwürfe in unserer aktuellen Gegenwart auseinander. Mehr lesen
27. November 2025 | Blick auf die Welt, Film und Verbrechen
Gefragt, was das Besondere am Filmfest Gijón sei, sagt der amerikanische Regisseur Ira Sachs, hier blieben die Leute länger auf, feierten härter und sprächen mehr über Filme als irgendwo sonst. Recht hat er. Mit der 63ten Ausgabe ist den Machern eine beglückende Feier des jungen Autorenkinos gelungen. Im Retueyos-Wettbewerb gab es einen FIPRESCI Preis für ein frühes Werk eines Filmschaffenden. Mehr lesen
16. Oktober 2025 | Blick auf die Welt, Film und Verbrechen
Auch in den 1970er Jahren war das gesellschaftliche Klima in den USA aufgeheizt. Auch damals standen zwei Fraktionen einander unversöhnlich gegenüber: die Vietnamkriegs-Befürworter aus Regierung und militärisch-industriellem Komplex und die Kriegsgegner auf der Straße. Vor diesem Hintergrund siedelt Kelly Reichardt ihren aktuellen Film, der von einem Raubüberfall auf ein städtisches Museum handelt, an. Er entwickelt sich zum Abgesang auf seinen Protagonisten – wunderbar verkörpert von Josh O’Connor.
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