Es lebe die Braut!

Krawalliges Pastiche: in ihrem Remake des Horror-Klassikers FRANKENSTEINS BRAUT von 1935 zieht Maggie Gyllenhaal bei Besetzung und Ausstattung alle Register. Auch feministische Slogans und Me Too-Reminiszenzen finden sich. Dennoch gelingt der Regisseurin weder ein politisch relevantes Statement noch ein rundum gelungenes Monster-Musical – es bleibt bei einer Nummernrevue. Mehr lesen

Zurück im Alltag: Jeunes Mères

Die Berlinale liegt hinter uns, Tricia Tuttle wird wohl bleiben, muss aber, wie es heißt, einen Verhaltenskodex akzeptieren, der derzeit ausgearbeitet wird. So und mit der Unterstützung durch ein „beratendes Forum“ möchte die Politik die wilden Filmfestspiele – immerhin das wichtigste kulturelle Ereignis der Berliner Republik – an die Kette legen. Ganz andere Probleme haben im aktuellen Film der Dardenne-Brüder fünf junge Mütter, die in einem Mutter-Kind-Heim in Lüttich versuchen, zurück in den Alltag zu finden. Wie von den mit Preisen überhäuften belgischen Filmemachern gewohnt in einem unaufgeregt dokumentarischen Stil, dieses Mal aber als Ensemblestück. Mehr lesen

Berlinale 2026: Favoriten

Kurz vor Schluss, den Bären und dem Publikumspreis hier im Überblick einige der Filme, die die Berlinale 2026 ausgemacht haben. Bestimmt gab es auch in der Sektion „Generation“ wieder einiges zu entdecken – etwa SUNNY DANCER, wie es von kundigen Kolleginnen immer wieder hieß. Da habe ich mit meiner Auswahl in diesem Jahr aber ein weniger gutes Händchen bewiesen. Was ich von den Kurzfilmprogrammen gesehen habe, war hingegen wie üblich zu Dreivierteln ungenießbar. Und Filme, die in vorherigen Artikeln bereits vorgestellt worden sind, werden hier nicht noch einmal erwähnt. Mehr lesen

Film & Politik, Monster, Blut und Lakonie

Selbstverständlich braucht jede Berlinale einen Skandal. Um den zu kreieren, lassen sich Pressekonferenzen nutzen, auf denen Aktivisten durch Suggestivfragen für ihre Glaubenssache Aufmerksamkeit schaffen, statt sich mit dem zu beschäftigen, was an Kunst und politisch-ästhetischer Einlassung konkret vorliegt. Denn faktisch ist die Berlinale in ihrer Programmierung sowieso bemüht, möglichst alle Konflikte der Welt abzubilden, zur Diskussion zu stellen und sich zu ihnen zu positionieren. Besser ist es allerdings, wenn das eher im Bad-Bunny-Superbowl-Style als in einer an Truth-Social erinnernden GROSSBUCHSTABEN-HYSTERIE geschieht. Außerdem: Auf dem Filmfest gibt es doch Monsterfilme.
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Berlinale: furioser Auftakt beim Forum

Das Forum, 1951 von Ulrich und Erika Gregor gegründet und heute vom Arsenal verantwortet, startet in diesem Jahr furios mit zwei ostasiatischen Perlen: Einmal ANYMART, ein japanischer Genrekracher zwischen Horror und Komödie. Und dann MY LIFE aus Südkorea. Der Film des Autors und Regisseurs Chung Ji-young nähert sich einem der gewaltförmigen Traumata des Landes elegant auf drei parallel erzählten Zeitebenen. Feinfühlig, mit Tanz und nuanciertem Schauspiel. Mehr lesen

Berlinale, Tag 1&2: Auf der Suche nach guten Männern

Die Berlinale hat begonnen – und macht sich auf die Suche nach guten Männern. Sie berichtet von komplizierten Familien und will divers, jung und politisch sein. „Wer hier nichts zum Lieben findet, liebt das Kino nicht!“, hat Intendantin Tricia Tuttle bereits im Januar auf der Pressekonferenz verkündet. Die Erwartungen hängen entsprechend hoch. Kleiner Spoiler: In der Kurzfilm-Sektion werden sie nicht erfüllt. Aber das gehört zur Tradition. Wie die winterliche Tristesse der Stadt und ihrer Spielorte. Mehr lesen