14. Juli 2026 | Film und Verbrechen
Zuletzt spielte Carla Simóns „Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ (2025) an der niederschlagsreichen Küste rund um die nordwestspanische Hafenstadt Vigo. Schon 2022 siedelte Rodrigo Sorogoyen seinen Stadt-Land-Ökothriller „Wie wilde Tiere (As Bestas)“ (2022) in den Bergen derselben Provinz an. Außer an der galizischen Filmförderpolitik kann das durchaus daran liegen, dass sich sperrigere Stoffe hier wie von selbst in die Landschaft mit ihren wortkargen Menschen einzuschmiegen scheinen. Um Daniel Sánchez Arévalos Feelgood-Movie, in dem eine traditionelle Rondalla zur Traumaarbeit genutzt wird, genießen zu können, hilft es allerdings, wenn man Dudelsäcke mag. Mehr lesen
17. Juni 2026 | Film und Verbrechen, Gewalt der Verhältnisse
Eine Stadt im Schatten einer Ölraffinerie, ein Racket toxischer Männer aus der Petroökonomie. GORGONÀ zeigt ein Griechenland der nahen Zukunft, in der viele der Menetekel unserer Gegenwart banale Realität geworden sind. Dagegen lässt Evi Kalogiropoulous ihre Protagonistinnen mit Verve lasziv ankämpfen. Aber sowohl sie als auch die Logik des Films scheinen die meiste Zeit über allzusehr in die (Seh-)Gewohnheiten verstrickt, die sie umgeben. Mehr lesen
9. Juni 2026 | Film und Verbrechen
Fast gelingt Autorenfilmerin Muriel d’Ansembourg mit ihrem ersten Langfilm ein Kunststück: eine Coming-of-Age-Erzählung, die aus den Untiefen einer Branche berichtet, in der Körper und Menschen noch relativ unreglementiert ausgebeutet werden. Doch ihre Beschäftigung mit haus- und im Familienbetrieb gemachter Internetpornografie fällt zuletzt auf mehreren Ebenen auf die Logik herein, die sie eigentlich kritisieren möchte. Das ist schade, da ihre Protagonisten genau wie deren junge Darteller:innen eigentlich rundum überzeugen können. Mehr lesen
1. Juni 2026 | Film und Verbrechen, Gewalt der Verhältnisse, Handel und Verkehr/Arbeitswelten
Kilian Armando Friedrichs ICH VERSTEHE IHREN UNMUT berichtet in dokumentarischer Anmutung von moralischen und anderen handfesten Dilemmata in der deutschen Arbeitswelt. Anhand der Erfahrungen einer tatsächlichen Objektleiterin im Reinigungsgewerbe entwickelt er die Geschichte einer Protagonistin, die zwischen Konkurrenzdruck und Empathie für die Angehörigen ihrer Truppe schier zerrissen wird. Ambivalent und spannend, einer der Höhepunkte im Panorama der diesjährigen Berlinale. Mehr lesen
5. Mai 2026 | Eigensinn, Film und Verbrechen
Weil ihr Lebensstil nicht kindgerecht sei, versucht ihr Ex Clémence (Vicky Krieps) das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn zu entziehen. Gemein und letztlich chancenlos – aber die Mühlen der Justiz mahlen auch in Frankreich behäbig. So ergeben sich in Anna Cazenave Cambets Drama LOVE ME TENDER über den Verlauf der Untersuchung Jahre, in denen die Protagonistin fast keinen Kontakt zum Kind hat. Trotz thematischer Schwere mitreissendes Schauspieler:innenkino mit herausragender Hauptdarstellerin. Mehr lesen
8. April 2026 | Film und Verbrechen
In THE HISTORY OF SOUND bringt der südafrikanische Regisseur Oliver Hermanus zwei der derzeit gefragtesten Schauspieler als Paar zusammen. Paul Mescal wird immer wieder als nächster James Bond gehandelt und hat für seine Rolle als junger Vater eines Teenagers in AFTERSUN sehr zu Recht einen Oscar erhalten. Der enigmatische Spitzbube Josh O’Connor überzeugte zuletzt bei Kelly Reichardt und Alice Rohrwacher. Mehr lesen