9. Juni 2026 | Film und Verbrechen
Fast gelingt Autorenfilmerin Muriel d’Ansembourg mit ihrem ersten Langfilm ein Kunststück: eine Coming-of-Age-Erzählung, die aus den Untiefen einer Branche berichtet, in der Körper und Menschen noch relativ unreglementiert ausgebeutet werden. Doch ihre Beschäftigung mit haus- und im Familienbetrieb gemachter Internetpornografie fällt zuletzt auf mehreren Ebenen auf die Logik herein, die sie eigentlich kritisieren möchte. Das ist schade, da ihre Protagonisten genau wie deren junge Darteller:innen eigentlich rundum überzeugen können. Mehr lesen
5. Mai 2026 | Eigensinn, Film und Verbrechen
Weil ihr Lebensstil nicht kindgerecht sei, versucht ihr Ex Clémence (Vicky Krieps) das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn zu entziehen. Gemein und letztlich chancenlos – aber die Mühlen der Justiz mahlen auch in Frankreich behäbig. So ergeben sich in Anna Cazenave Cambets Drama LOVE ME TENDER über den Verlauf der Untersuchung Jahre, in denen die Protagonistin fast keinen Kontakt zum Kind hat. Trotz thematischer Schwere mitreissendes Schauspieler:innenkino mit herausragender Hauptdarstellerin. Mehr lesen
30. Oktober 2025 | Film und Verbrechen
Was? Luc Besson hatte bisher noch keinen eigenen Dracula-Film gedreht? Gibt’s doch gar nicht. Nun hat der Francis Ford Coppola-Ersatz unter den europäischen Filmemachern das nachgeholt. Und dabei in weiten Teilen Francis Ford Coppola zitiert. Und natürlich Elemente aus Fantasy und weiteren Genres dazugepackt. Warum? Wohl weil er es so wollte. Mehr lesen
13. August 2025 | Die andere Seite, Eigensinn, Film und Verbrechen
Elektronische Musik und existenzialistische Wucht verbindet der spanische Regisseur Óliver Laxe in SIRĀT zum packenden Endzeit-Epos. Er schafft damit einen der Filme des Jahres und ein Kunstwerk, das dem Kino seinen Platz als führendes Medium der Reflektion über den Zustand der Welt zurückerobert. Mehr lesen
4. Juni 2025 | Film und Verbrechen, Gewalt der Verhältnisse
Mit THE UGLY STEPSISTER legt die norwegische Regisseurin Emilie Blichfeldt ein thesenhaft-brachiales Spielfilmdebut vor. Ihre Adaption des Märchens „Aschenputtel“, für die sie auch das Drehbuch geschrieben hat, siedelt sie stilistisch auf der Grenze zwischen Body Horror und (ost-)europäischem Märchenfilm an. Das liegt nahe, geht es ihr doch darum auszumalen, welche Qualen es für Frauen bedeutet, sich mit ihren Körpern patriarchal geprägten Vorstellungen von Identität und Schönheit zu unterwerfen. Ganz neu ist diese sicher immer berechtigte Kritik nicht, etwas mehr Subtilität hätte dem Film und Blichfeldts Anliegen gutgetan. Mehr lesen